Eine Geschichte der Schwesterlichtkeit

Mary: Ich selbst hatte meinen zweiten Sohn vor ein oder zwei Wochen bekommen als Ina May mich anrief und bat Pamela bei ihrer schwierigen Geburt zu unterstützen. Pamela hatte schon viele Stunden Eröffnungswehen und war nun müde und unentspannt. Da die Geburt meines Sohnes entspannt, energievoll und wunderbar war, dachte Ina May ich könnte Pamela eine Hilfe sein.

Ina May: Marys erste Geburt war sehr einfach und schnell, da sie keinen Wehenschmerz empfand. Deshalb half nur ihr Mann bei der Geburt.

Mary: An dem Nachmittag bevor mein Sohn Jonathan geboren wurde, las ich Ram Dasses Buch “Sei Hier Jetzt” und fühlte mich sehr wohl und glücklich damit. Ich erinnere mich, daß mir ein bestimmtes Wort und dessen Bedeutung hängen blieb: loslassen. Als ch begann Wehen zu spüren und empfand ich sie wie große, kraftvolle Wellen. Ich stellte mir meine Scheide wie eine grosse weite Höhle vor. An der Wasseroberfläche brandeten riesige Wellen über mich hinein und hinaus. Wenn die Wellen in meine Höhle rauschten, schwollen meine Wehen an, erreichten ihren Höhepunkt und ebbten sanft wieder ab. Ich überließ mich immer wieder den großen, überschäumenden Meereswellen. Es war wunderbar, wie ein Orgasmus und sehr kraftvoll. Michael, mein Ehemann, lag bei mir und wir spürten gemeinsam die wundervollen Geburtswellen.

Schließlich als es soweit war die Hebammen anzurufen, hatten wir keine Zeit mehr dazu. Das Baby wollte schon gleich geboren werden. So half mir Michael und nahm Jon in Empfang. Dabei fühlten wir uns dabei gemeinsam stark und waren ganz high.

Tage später als ich auf dem Weg zu Pamelas Haus war, spürte ich erneut die überwältigende, starke Energie von Jons Geburt.

Ich spürte, daß Pamela Angst hatte und verzweifelt war. Ich wollte tief mit ihr verbunden sein und mit ihr meine positive Geburtserfahrung teilen. Pamela war nackt und sitzt mit angezogenen Beinen im Bett. Ich zog mich ebenfalls aus (außer meine Unterhose, weil ich noch von Jons Geburt blutete) und legte mich zu ihr ins Bett.

Ich lag neben ihr-Kopf an Kopf, Brust an Brust, Gebärmutter an Gebärmutter. Ich sagte ihr, sie solle sich von den Wellen tragen lassen und immer wieder loslassen.

Wir begannen ihre Wehen gemeinsam zu spüren, hielten einander fest, fühlten dasselbe und schwebten gemeinsam.

Meine Gebärmutter, obwohl leer, pulsierte und zog sich zusammen. Ich spürte ein wenig Blut mit den Wehen herausfließen, aber ich war nicht besorgt. Ich wußte, daß es okay war.

Als Pamela sich entspannte und ihre erstaunliche Geburtsenergie mit mir teilte, begann sie sich sanft zu öffnen. Bald darauf bekam sie ihren wunderschönen, friedvollen, kleinen Jungen. Was für eine magische Erfahrung!